Geschichte des Löwenburger Hofs

Der Löwenburger Hof, ursprünglich ein Bau- und Viehhof der mittelalterlichen Löwenburg, hat sich über Jahrhunderte zu einem kulturellen und historischen Juwel im Herzen des Siebengebirges entwickelt. Seine Wurzeln reichen zurück bis zum Ende des 16. Jahrhunderts, als er aus den Überresten der zerstörten Löwenburg entstand.

Als Teil eines weitläufigen Waldgebiets diente der Hof zunächst der Versorgung der Burgbewohner. Im 18. Jahrhundert kam ein Forsthaus hinzu, und der Hof entwickelte sich zum Zentrum der Almwirtschaft und Molkerei. Mit dem Übergang an Preußen im frühen 19. Jahrhundert ging der Hof in Staatsbesitz über und wurde der Oberförsterei Siebengebirge unterstellt.

Löwenburger Hof um 1700
Löwenburger Hof um 1700 (Foto: Wikimedia)

Eine wesentliche Transformation erlebte der Löwenburger Hof Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit dem Neubau von 1908 bis 1910, bei dem Natursteine aus dem Siebengebirge verwendet wurden, wandelte sich der Hof von einem Forsthaus zu einem beliebten Hotel und Ausflugslokal. Diese Phase markierte den Beginn seiner touristischen Blüte im Siebengebirge.

Richtfest des Vorderhauses, 1910
Richtfest des Vorderhauses, 1910

Nach der Fertigstellung des neuen Gebäudes avancierte der Löwenburger Hof zu einem attraktiven Ziel für Besucher. Er zog Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Willi Ostermann an und genoss weit über die Region hinaus einen exzellenten Ruf.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlief der Löwenburger Hof mehrere Renovierungen. Die Stadt Bad Honnef erwarb die Liegenschaft im Jahr 1984 vom Land Nordrhein-Westfalen und sorgte für umfangreiche Instandsetzungen. Trotz Debatten über seinen Verkauf und die Zukunft als touristische Attraktion, behielt der Löwenburger Hof seine Bedeutung als beliebtes Ausflugsziel.

Blick vom Dreiseenplatz auf den Löwenburger Hof 1915
Blick vom Dreiseenplatz auf den Löwenburger Hof 1915

Seit 2003 ist die Waldwirtschaft in Privatbesitz. Hans Hatterscheid übernahm im Jahr 2003 den laufenden Betrieb. Heute steht der Löwenburger Hof unter Denkmalschutz und dient weiterhin als beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Geschichtsinteressierte. Er ist ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte und bietet mit seiner idyllischen Lage inmitten des Siebengebirges ein einzigartiges Erlebnis. Der Hof bleibt ein wertvolles Kulturerbe und ein wichtiger Bestandteil der lokalen Gemeinschaft.

Die Betreiber der Waldwirtschaft seit 1910

  • 1910–1937: Gertrud & Wilhelm Thomas
  • 1937–1962: Familie Riethmüller
  • 1962–19XX: Otto Derkum
  • 19XX–1974: Unbekannt
  • 1974–2003: Karin Thomas (geb. Bogdanski)
  • 2003–2007: Hans Hatterscheid
  • 2007–2023: Maria Schmitt & Reinhold Kaebe
  • seit 2024: Hatterscheid Gastro GmbH
Das Gründerehepaar Thomas 1905
Das Gründerehepaar Thomas 1905

Postkartensammlung

Tauchen Sie mit den alten Postkarten noch tiefer in die Geschichte ein.

Die Almwirtschaft und das Forsthaus Löwenburg existierten schon im ausgehenden 18. Jahrhundert. Es wird angenommen, dass bereits im 13. Jahrhundert Gebäude auf der Hoffläche existierten.

1900

Das Forsthaus im Jahre 1910
Das Forsthaus im Jahre 1910 (Foto: Wikimedia)

1910 wurde das damalige Forsthaus als Staatsdomäne in einen Hotel- und Gastwirtschaftsbetrieb umgewandelt.

1920

Löwenburger Hof im Jahre 1916
Die Karte zeigt den Löwenburger Hof im Jahre 1916, im Vordergrund noch die Scheune des alten Forsthauses.

1960

Löwenburger Hof Ende 50er oder Anfang 60er Jahre
Ende 50er oder Anfang 60er Jahre nach dem großen Windbruch 1953

1970

Löwenburger Hof in den 1970er Jahren

Weitere Bilder und alte Postkarten finden Sie im Verzeichnis des Virtuellen Heimatmuseums Ittenbach.

Wenn Sie interessante alte Bilder, Postkarten oder Unterlagen zum Löwenburger Hof besitzen oder Geschichten kennen, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis.